Junker Franz von Hammerstein
Ich bereite gerade weitere Inhalte für diese Seite vor. Dafür benötige ich noch etwas Zeit.
Bitte besuchen Sie diese Seite bald wieder. Vielen Dank für ihr Interesse!
Kurpfälzischer Haushofmeister, Besitzer eines Adelhofs in Bensheim und
einer Mahlmühle in Heppenheim
Wappen der Familie von Hammerstein aus dem Wappenbuch der Stadt Bensheim
Im Jahr 1608 und auch 1617 wurde der in Bensheim wohnende Junker Franz von Hammerstein als Besitzer der Hammersteinischen Mühle in Heppenheim in den Wambolter Mühlenakten genannt. Diese bis 1974 am Erbach stehende und dem Straßenausbau weichende Mahlmühle hat heute den Namen Mangsmühle. Wenig war über den Junker insgesamt und über seine Rolle als Mühlenbesitzer bekannt. Im Schrifttum fand ich außerdem widersprüchliche und irreführende Daten. In der Hoffnung mehr über die Geschichte der Mangsmühle und über ihren Besitzer am Anfang des 17. Jahrhunderts zu erfahren, begann ich eine intensive Recherche und Spurensuche bei der ich auch in Kontakt mit dem Freiherrn Christoph von Hammerstein kam und Informationen aus dessen Familienarchiv erhielt.
Das Schloss Gesmold bei Melle in Niedersachsen ist seit 1664 im Besitz der Familie von Hammerstein, heute von Hammerstein-Gesmold.
An einem Tor des großen Schlossparks des Schlosses Gesmold ist das vermutlich aus dem 17. Jahrhundert stammende Hammersteinische Wappen auf den Ziersteinen der Pfeilerköpfe zu sehen. Ein von mir im Mai 2025 erstelltes Foto zeigt das Wappen.
Wappen der Familie von Hammerstein am Schloss Gesmold (Foto Dr. Hermann Müller, 2025)
Der Junker von Hammerstein stammte aus einem alten Adelsgeschlecht. Um 1560 wurde er als Sohn von Christoph von Hammerstein und dessen Ehefrau Margarethe von Wrede zum Schellenstein vermutlich in Oege, einer kleinen Siedlung bei Hückeswagen an der Wupper geboren. Seine Eltern hatten dort um diese Zeit ein Rittergut erworben. Heute gibt es das Rittergut nicht mehr. In den 1980er Jahren wurde das Herrenhaus beim Bau der Wuppertalsperre abgetragen und überflutet.
Folgende Übersichtstafeln zeigen die Verwandtschaft und die Familie des Junkers Franz von Hammerstein. Ergänzende Daten werden noch gesucht.
Schon früh war Junker Franz in kurpfälzischen Diensten. 1595 war er kurpfälzischer Hofküchenmeister im Heidelberger Schloss und wurde 1600 als kurpfälzischer Haushofmeister bezeichnet. In diesem hohen Amt war er der Aufseher über "Haus und Hof" des Kurfürsten. Das Heidelberger Schloss war sein "Arbeitsplatz" und der Junker erlebte in seiner Amtszeit eine Phase großer Erweiterungen des Heidelberger Schlosses. Folgendes Gemälde (gemeinfrei, aus wikimedia) von Jacques Fouquières zeigt das Schloss mit seinen Gärten im Jahr 1620.
Schloss Heidelberg 1620
Schon als junger Mann kaufte der Junker in der Bensheimer Altstadt neben dem Dalberger Hof einige Häuser und begründete den Hammersteinischen Adelshof. Dieser stand an der Stelle, wo sich heute das Bürgerhaus befindet. Erstmals wurde der Junker 1582 in Bensheim in Steinmetzprotokollen erwähnt. 1595 waren er und der kurpfälzische Amtskeller Konrad Freund von der Burg Stein (bei Biblis) Taufpaten bei dem Bensheimer Schneiderssohn Franz Konrad Sauer.
Bedingt durch seine Tätigkeit am kurpfälzischen Hof hatte er ein Haus in Heidelberg unterhalb des Schlosses „Im obern Kaltenthal“. Unklar ist, wann er seinen Wohnsitz von Heidelberg nach Bensheim verlegte, denn ein 1600 beginnendes Einwohnerverzeichnis von Heidelberg enthält „Frantz von Hammerstein, Haußhofmeister, 1 Knecht, 2 Jungen, hat bei sich seinen Bruder, Werner von Hammerstein“. Seine erste Frau war bereits gestorben. In zweiter Ehe heiratete er um 1608 Anna von Plettenberg. Spätestens dann wurde Bensheim zu seinem Hauptwohnsitz.
Sein Neffe, der spätere schwedische Generalmajor Friedrich Christoph von Hammerstein-Gesmold (geb. 1608), schrieb in seinem Lebenslauf: „in meinen Kindlichen Jahren von meinen Eltern nacher Bensheim an der Bergstraße zu meinen Herrn Vetter Franz von Hammerstein, welcher Churfürstl. Pfalzischer Haus-Hofmeister zu Heidelberg gewesen, zur Schule geschickt.“
Der schwedische Generalmajor Friedrich Christoph von Hammerstein-Gesmold (Quelle: Wikipedia)
Mehrere Brüder von Franz waren in guten Positionen, so Johann Werner von Hammerstein als kurpfälzischer Amtmann auf Schloss Böckelheim und Hans Adam von Hammerstein als gräflich lippischer Landdrost (höchster Beamter der Grafschaft) auf dem Rittergut Hornoldendorf bei Detmold.
Sein Dienstherr von Junker Franz, der Kurfürst und Pfalzgraf Friedrich V., wurde 1619 König von Böhmen und „begehrte“ seinen Haus-Hofmeister nach Ernennung zum königlichen Rat „wieder in Dienst“ in Prag. Dies zeigt das hohe Ansehen, das der Junker bei dem König genoss. Der Junker akzeptierte diesen Ruf. Am 10. September 1620 wurde er letztmals in Bensheim genannt, als er sich für sein Vieh noch das Weiderecht in Bensheim auf der städtischen Weide für ein Jahr genehmigen ließ.
Auf dem Weg nach Prag zu seiner neuen Arbeitsstelle beim böhmischen König nahm der Junker seinen Neffen Friedrich Christoph mit und machte einen Umweg über Detmold zu seinem Bruder Hans Adam, dem dort amtierenden lippischen Landdrost. Dort wurde er „mit Schwachheit befallen“ und starb vermutlich auf dem nahegelegenen, zu Detmold gehörenden Rittergut Hornoldendorf bei seinem Bruder. Der Todestag ist nicht bekannt, er dürfte aber im Herbst 1620 liegen, denn sein Herr, der „Winterkönig“ (so wegen seiner kurzen Regierungszeit genannt), verlor am 8. November 1620 die Schlacht am Weißen Berg und floh in die Niederlande.
Folgendes Foto des Verfassers zeigt das ausgedehnte Rittergut Hornoldendorf im Mai 2025.
Rittergut Hornoldendorf
Mühlenbesitzer am Erbach in Heppenheim
Junker Franz von Hammerstein wurde mehrmals als Besitzer der Hammersteinischen Mühle in Heppenheimer Archivalien genannt. Diese Mühle hieß zuletzt Mangsmühle und wurde 1974 abgerissen. Die ausführliche Geschichte dieser Mahlmühle ist im Buch "Mühlenhochburg Heppenheim" des Verfassers dokumentiert.
Mangsmühle im Winter
Ölgemälde nach unbekannter alter Vorlage 1993 von A. F. Schäfer erstellt
>>> Wird noch ergänzt.





